

Wie aus Fels, Stahl und einer Idee meine eigene Schmuckmarke entstand
Manche Ideen entstehen an einem Schreibtisch.
ERZSTAHL ist dort nicht entstanden.
Meine Geschichte beginnt ein paar Kilometer von Trofaiach entfernt – dort, wo Fels, Staub, Erz und schwere Maschinen zum täglichen Bild gehören: am steirischen Erzberg.
Ich arbeite selbst hier.
Mein Arbeitsplatz ist kein Büro und auch keine Werkstatt. Ich sitze hinter dem Steuer eines schweren Bergbau-LKW und fahre durch einen Berg, dessen Dimensionen man auf Fotos nur schwer begreifen kann.
Wenn ich mit dem SLKW in eine der Stufen einfahre, bewegen sich unter mir schon leer rund 72 Tonnen Maschine. Dann kommt die Ladung dazu – teilweise um die 100 Tonnen Gestein.
Die Straßen sind eng. Auf der einen Seite geht die nächste Felswand steil nach oben, auf der anderen fällt die Stufe wieder hinunter. Rundherum Stein, Staub, Maschinen und ein Berg, der sich durch den Abbau ständig verändert.
Und dann gibt es diese Momente, in denen man die Kraft dieses Ortes besonders deutlich spürt.
Wenn gesprengt wird.
Natürlich gehört eine Sprengung am Erzberg zur täglichen Arbeit. Trotzdem verliert sie für mich nie vollkommen ihre Wirkung. Wenn sich Gestein löst, wenn man die Wucht dahinter erlebt und sieht, welche Kräfte notwendig sind, um einen Berg zu bewegen, bekommt man noch einmal ein ganz anderes Gefühl für die Dimension dieses Ortes.
Man kann so etwas auf einem Foto zeigen.
Man kann darüber schreiben.
Aber eigentlich muss man es einmal selbst erlebt haben, um zu verstehen, welche Kraft in diesem Berg steckt.
Und genau solche Eindrücke bleiben hängen.
Trotz der gewaltigen Maschinen gibt es dort oben auch immer wieder Momente, in denen es plötzlich ganz ruhig wirkt.
Dann schaut man hinaus.
Auf die Stufen des Erzbergs, auf die umliegenden Berge, auf Felswände, Brüche und Linien im Gestein. Auf die Landschaft rund um die Steirische Eisenstraße.
Und manchmal denke ich mir:
Bei welchem Arbeitsplatz hat man schon jeden Tag so einen Ausblick?
Vieles davon wird irgendwann Alltag. Und trotzdem gibt es immer wieder etwas, das hängen bleibt.
Eine Kante im Fels.
Eine ungewöhnliche Linie.
Eine Ader im Gestein.
Ein Berggrat in der Ferne.
Die Stufen des Berges.
Oder einfach irgendeine Form, bei der ich mir plötzlich denke:
Daraus könnte man etwas machen.
Man fährt wieder daran vorbei.
Schaut beim nächsten Mal noch einmal hin.
Die Idee beginnt im Kopf herumzugehen.
Man verändert etwas.
Verwirft wieder etwas.
Manchmal schlafe ich ein paar Nächte darüber.
Und irgendwann wird aus einer einfachen Linie im Fels langsam etwas anderes.
Die Idee für ein Schmuckstück.
Irgendwann kam eine einfache Frage
Ich hatte bereits Erfahrung mit Onlineshops gesammelt.
Nicht alles davon hat funktioniert.
Es gab Produkte, die nicht angenommen wurden. Ideen, die wieder verschwunden sind. Entscheidungen, die ich heute anders treffen würde. Und sehr vieles, das ich mir erst selbst beibringen musste.
Aber genau daraus lernt man.
Und irgendwann wusste ich ziemlich genau, was ich nicht mehr wollte.
Ich wollte nicht einfach den nächsten Onlineshop mit austauschbaren Produkten aufbauen.
Ich wollte etwas Eigenes.
Etwas mit einer Herkunft.
Etwas, das zu mir und zu meiner Heimat passt.
Und irgendwann stellte ich mir während meiner Arbeit am Erzberg eine eigentlich ziemlich einfache Frage:
Warum gibt es keine Schmuckmarke, die unsere Region widerspiegelt?
Wir leben in einer Gegend, deren Geschichte seit Generationen mit Erz und Eisen verbunden ist.
Da ist der Erzberg.
Da ist die Steirische Eisenstraße.
Da sind Industrie und Stahl.
Und gleichzeitig sind da unsere Berge, Wälder, Almen und Felslandschaften.
Für mich gehört das alles zusammen.
Und genau daraus entstand nach und nach die Idee zu ERZSTAHL.
Warum heißt die Marke ERZSTAHL?
Der Name war irgendwann fast logisch.
ERZ + STAHL.
Am Erzberg wird seit Generationen Eisenerz gewonnen. Aus Eisenerz wird Eisen gewonnen, und daraus entsteht Stahl.
Erz und Stahl gehören deshalb hier seit sehr langer Zeit zusammen.
ERZ steht für den Ursprung meiner Inspiration: den Erzberg, den Bergbau, den Fels und die Heimat, aus der meine Ideen kommen.
STAHL steht für das Material, für Gewicht, Beständigkeit und klare Formen – und letztlich für den Edelstahl, aus dem meine eigene Kollektion entsteht.
So wurden aus zwei Begriffen, die in dieser Region seit Generationen miteinander verbunden sind, vier Silben:
ERZSTAHL.
Dabei ist mir aber eines wichtig.
Der Edelstahl eines ERZSTAHL-Schmuckstücks ist nicht nachweislich aus Erz vom steirischen Erzberg hergestellt.
Das möchte ich auch gar nicht behaupten.
Der Erzberg gibt ERZSTAHL etwas anderes.
Die Idee. Die Formen. Die Geschichte. Die Herkunft der Marke.
ERZSTAHL bedeutet deshalb nicht:
Dieses Schmuckstück wurde aus Erz vom Erzberg hergestellt.
ERZSTAHL bedeutet:
Dieses Schmuckstück wurde von einer Region inspiriert, in der Erz, Stahl, Fels und Berge seit Generationen zum Leben gehören.
Auch die Namen entstehen hier
Irgendwann wurde mir klar, dass sich diese Herkunft nicht nur in den Formen meiner Schmuckstücke wiederfinden sollte.
Auch ihre Namen sollten dazugehören.
Ich wollte keine Bezeichnungen, die genauso gut auf irgendeinem anderen Schmuckstück irgendwo auf der Welt stehen könnten.
Ein ERZSTAHL-Stück sollte einen Namen tragen, der etwas mit der Welt zu tun hat, aus der die Marke entstanden ist.
Deshalb gibt es Namen wie SPRENGUNG.
Ein Name, der die Kraft und die Wucht des Erzbergs aufgreift.
Oder KERN – etwas, das im Innersten liegt und Bestand hat.
GRAT erinnert an jene scharfen Linien eines Bergkamms, die man in unserer Landschaft überall findet.
Und ERZADER greift genau jene Strukturen auf, die sich durch Gestein ziehen und manchmal wie eine natürliche Zeichnung im Fels wirken.
Diese Namen entstehen nicht nach irgendeiner Marketingliste.
Sie gehören zur gleichen Welt wie die Schmuckstücke selbst.
Bergbau.
Fels.
Stahl.
Berge.
Die Namen sollen nicht erklären, was man sehen muss.
Aber sie sollen etwas auslösen.
Ein Bild.
Eine Vorstellung.
Vielleicht auch eine Erinnerung.
Und genau dadurch wird für mich aus einem Schmuckstück langsam ein ERZSTAHL.
Vieles davon musste ich erst lernen
Was man heute auf einer fertigen Website sieht, wirkt im Nachhinein oft ziemlich selbstverständlich.
Ein Shop ist da. Produkte sind fotografiert. Eine Werbeanzeige läuft. Eine Bestellung kommt herein.
Aber bei mir war davon am Anfang nichts selbstverständlich.
Ich habe mir das meiste selbst beigebracht.
Wie baut man überhaupt einen Onlineshop auf?
Wie muss eine Produktseite aussehen?
Wie fotografiert man ein Schmuckstück so, dass ein Kunde erkennt, was er später tatsächlich in der Hand hält?
Wie funktionieren Werbeanzeigen und wie liest man die Zahlen dahinter?
Wie findet man Lieferanten?
Wie vergleicht man Muster?
Wie organisiert man Versand und Verpackung?
Welche Vorgaben muss ein Onlineshop erfüllen?
Datenschutz, Widerruf, Gewährleistung, Kennzeichnung, Versandbestimmungen – vieles davon sieht ein Kunde später überhaupt nicht. Trotzdem gehört auch das dazu.
Und irgendwann stellt man fest, dass hinter einem kleinen Onlineshop wesentlich mehr steckt, als ein paar Produkte auf eine Website zu stellen.
Vieles habe ich nicht beim ersten Versuch verstanden.
Und schon gar nicht beim ersten Versuch richtig gemacht.
Im Laufe der Jahre habe ich ungefähr 40 verschiedene Webseiten aufgebaut, verändert oder wieder verworfen.
Nicht, weil ich unbedingt 40 Webseiten haben wollte.
Sondern weil ich jedes Mal etwas Neues gelernt habe.
Eine Seite war zu unübersichtlich.
Bei einer anderen waren die Bilder nicht gut genug.
Dann habe ich verstanden, wie wichtig eine klare Produktbeschreibung ist.
Später kamen Werbung, Auswertungen, Versand, Verpackung, Kundenservice und immer neue rechtliche und organisatorische Themen dazu.
Und irgendwann merkt man etwas:
Man lernt nicht erst alles und beginnt danach.
Man beginnt – und lernt auf dem Weg.
Man investiert Geld in etwas und stellt später vielleicht fest, dass es nicht die richtige Entscheidung war.
Man macht einen Versuch, der nicht funktioniert.
Man entwickelt etwas, das am Ende doch nicht verwendet wird.
Dann steht man vor einer Entscheidung.
Lasse ich mich davon aufhalten?
Oder versuche ich herauszufinden, was nicht funktioniert hat, nehme etwas daraus mit und mache den nächsten Versuch besser?
Für mich war die Antwort immer:
Weiter.
Nicht blind.
Aber weiter.
Auch ERZSTAHL wird deshalb wahrscheinlich nie an einem Punkt ankommen, an dem ich sage:
Jetzt weiß ich alles.
Das möchte ich auch gar nicht.
Denn für mich beginnt Stillstand dort, wo man glaubt, nichts mehr lernen zu müssen.
Wenn mich heute jemand fragen würde, was ich einem Menschen mitgeben würde, der selbst irgendeine Idee im Kopf hat, wäre meine Antwort deshalb ziemlich einfach:
Du brauchst keine perfekte Ausgangslage.
Aber du brauchst eine Vision davon, wo du hinwillst.
Du brauchst ein Ziel, für das es sich lohnt, auch die unangenehmen Dinge zu lernen.
Und vor allem musst du dranbleiben.
Denn auch ERZSTAHL ist nicht durch den einen genialen Moment entstanden.
Sondern durch sehr viele kleine Schritte.
Eine Linie im Fels ist noch lange kein Schmuckstück
Und genau dort beginnt der Teil, den man später am fertigen Produkt kaum noch sieht.
Am Anfang steht manchmal tatsächlich nur eine Beobachtung.
Vielleicht eine Linie im Gestein.
Ein Bruch.
Ein Berggrat.
Eine Erzader.
Die Stufen des Erzbergs.
Oder eine Struktur, an der ich während der Arbeit vorbeifahre und die mir nicht mehr aus dem Kopf geht.
Dann beginnen die Überlegungen.
Wie könnte daraus ein Schmuckstück werden?
Wie viel davon soll man erkennen?
Wie verhindert man, dass daraus einfach irgendein beliebiges Bergmotiv wird?
Wie groß muss ein Anhänger sein?
Wie massiv soll er wirken?
Welche Oberfläche passt dazu?
Manchmal schlafe ich ein paar Nächte darüber. Manchmal wird aus der ersten Idee relativ schnell ein Entwurf.
Und irgendwann kommt das erste Muster.
Das ist meistens der Moment, in dem man merkt, ob eine Idee wirklich funktioniert.
Denn was auf einer Zeichnung oder einem Bildschirm gut aussieht, kann in der Hand plötzlich vollkommen anders wirken.
Ein Anhänger ist ein paar Millimeter zu lang.
Eine Fläche wirkt zu leer.
Eine Gravur zu schwach.
Eine Farbe, die am Bildschirm nach dunklem Rost aussieht, wirkt auf Edelstahl plötzlich wie Kupfer.
Oder ein Armband sieht hervorragend aus – aber der Verschluss überzeugt mich im Alltag nicht.
Dann ist für mich die Sache klar:
So kommt es nicht in die Kollektion.
Dann beginnt man eben noch einmal
Ein paar Millimeter kürzer.
Eine andere Proportion.
Eine tiefere Gravur.
Die Oberfläche matter.
Eine Linie schmäler.
Eine andere Farbe.
Noch ein Versuch.
Noch ein Muster.
Bei einem Schmuckstück kann genau dieser Prozess mehrere Schritte benötigen, bevor es überhaupt so aussieht, wie ich es ursprünglich im Kopf hatte.
Und manchmal wird eine Idee auch komplett verworfen.
Das gehört dazu.
Nur weil etwas hergestellt werden kann, heißt das noch lange nicht, dass es zu ERZSTAHL passt.
Ich möchte nicht möglichst viele verschiedene Produkte in meinen Shop stellen.
Ich möchte Stücke, bei denen ich irgendwann sagen kann:
Jetzt passt es. Jetzt ist es ERZSTAHL.
Warum gerade Edelstahl?
Auch beim Material wollte ich etwas, das zur Marke passt.
Kein Material, das nur schön aussieht, solange man es möglichst wenig berührt.
Ich wollte etwas Robustes.
Etwas mit Substanz.
Etwas, das Gewicht haben darf.
Für meine eigene ERZSTAHL-Kollektion setze ich deshalb auf 316L Edelstahl.
Und auch bei der Oberfläche zieht sich die Idee von ERZSTAHL weiter.
Ich persönlich bevorzuge matte, gebürstete Flächen gegenüber übermäßigem Hochglanz.
Nicht weil Hochglanz grundsätzlich schlechter wäre.
Sondern weil dieser ruhigere, technische Charakter für mich viel besser zu Stahl, Fels, Bergbau und ERZSTAHL passt.
Das Material soll nicht versuchen, etwas anderes zu sein.
Stahl darf nach Stahl aussehen.
Aus einer Idee wird irgendwann etwas Reales
Heute entstehen die ersten eigenen ERZSTAHL-Schmuckstücke genau auf diese Weise.
Ein Gedanke wird zum Entwurf.
Aus dem Entwurf entsteht ein Muster.
Das Muster wird betrachtet, getragen und geprüft.
Dann wird verändert.
Verworfen.
Neu gemacht.
Bei manchen Stücken kommen zusätzliche Veredelungen dazu.
Gravuren, Strukturen oder Farbtöne müssen ausprobiert werden, bis sie zu dem passen, was ursprünglich in meinem Kopf entstanden ist.
Dafür arbeite ich mit spezialisierten Betrieben zusammen, die einzelne Schritte gemeinsam mit mir umsetzen.
Auch dort entstehen Muster und Versuche.
Manchmal funktioniert etwas auf Anhieb.
Manchmal überhaupt nicht.
Und manchmal sieht man erst nach mehreren Varianten, welche Richtung wirklich funktioniert.
Genau das ist für mich Teil der Entwicklung.
Nicht alles muss beim ersten Versuch perfekt sein.
Aber das fertige Stück muss mich überzeugen.
Qualität ist für mich nicht verhandelbar
Das klingt vielleicht selbstverständlich.
Ist es aber nicht immer.
Ich möchte ein Schmuckstück nicht verkaufen, nur weil es produziert wurde und jetzt eben da ist.
Wenn mich etwas nicht überzeugt, muss es geändert werden.
Denn irgendwann trägt ein Kunde dieses Stück.
Vielleicht jeden Tag.
Und genau dann ist es vollkommen egal, wie schön der Entwurf ursprünglich auf meinem Bildschirm ausgesehen hat.
Dann zählen Verarbeitung, Tragegefühl und Zuverlässigkeit.
Deshalb wird jedes Stück vor dem Versand noch einmal persönlich geprüft und von Trofaiach aus verschickt.
Ich möchte wissen, was meinen Shop verlässt.
ERZSTAHL steht noch am Anfang
Und vielleicht ist genau das momentan das Spannende daran.
Die Marke ist noch nicht fertig.
Sie entwickelt sich.
Neue Produkte entstehen.
Andere Ideen verschwinden wieder.
Verpackungen werden verbessert.
Materialien getestet.
Details verändert.
Neue Namen entstehen.
Und aus einem einzelnen Gedanken wird Stück für Stück eine eigene Welt.
Eine SPRENGUNG erinnert an die Kraft des Berges.
Ein GRAT an die Linie eines Bergkamms.
Eine ERZADER an Strukturen im Fels.
Und vielleicht entsteht die nächste Idee wieder an irgendeinem Arbeitstag, während ich mit meinem SLKW an einer Stelle vorbeifahre, an der ich vorher schon hundertmal vorbeigefahren bin.
Nur dass mir beim hundertersten Mal plötzlich etwas auffällt.
Genau so darf ERZSTAHL für mich wachsen.
Nicht nach irgendeinem fertigen Plan, den man einmal aufschreibt und danach nur noch abarbeitet.
Sondern mit offenen Augen.
Schritt für Schritt.
Und mit einer immer klareren Handschrift.
Irgendwann soll man ein Schmuckstück vielleicht ansehen und denken:
Das könnte ERZSTAHL sein.
Nicht, weil irgendwo riesig ein Logo daraufsteht.
Sondern weil Material, Form, Name und Charakter zusammenpassen.
Denn mein eigentliches Ziel mit dieser Marke ist ziemlich einfach.
Wenn irgendwann jemand ein ERZSTAHL-Armband oder einen Anhänger trägt und gefragt wird:
„Woher hast du das?“
dann wünsche ich mir eine Antwort:
„Das ist ERZSTAHL.“
Nicht irgendein Schmuckstück.
Nicht irgendwo gekauft.
Sondern ein Stück mit einer Herkunft, einer Idee und einer Geschichte.
Inspiriert vom Erzberg.
Geprägt von der Steirischen Eisenstraße.
ERZSTAHL – ein Stück Heimat aus Stahl.