

Der Stahl hinter ERZSTAHL
Als die Idee zu ERZSTAHL immer konkreter wurde, war irgendwann klar:
Wenn die Marke Stahl schon im Namen trägt, dann kann ich beim Material nicht irgendeinen Kompromiss machen.
Ich wollte etwas, das zu dem passt, was ich jeden Tag am Erzberg sehe.
Etwas Robustes.
Etwas Ehrliches.
Ein Material, das nicht versucht, etwas anderes zu sein.
Und irgendwann stand ich vor der Frage, die eigentlich ganz banal klingt:
Welcher Edelstahl soll es überhaupt werden?
Denn Edelstahl ist nicht einfach Edelstahl.
Das war übrigens auch etwas, womit ich mich erst beschäftigen musste.
Wenn man sich vorher nicht damit auseinandergesetzt hat, denkt man schnell:
Edelstahl ist halt Edelstahl.
Silberfarben, rostet nicht und fertig.
So einfach ist es aber nicht.
Es gibt verschiedene Legierungen, verschiedene Zusammensetzungen und dadurch auch unterschiedliche Eigenschaften.
Und irgendwann bin ich bei 316L Edelstahl gelandet.
Je mehr ich darüber gelesen und gelernt habe, desto besser hat dieses Material zu dem gepasst, was ich mit ERZSTAHL eigentlich vorhatte.
316L besteht nicht einfach nur aus Eisen.
Darin stecken unter anderem Chrom und Nickel und zusätzlich Molybdän.
Genau diese Mischung sorgt dafür, dass der Stahl besonders widerstandsfähig gegen Korrosion ist.
Das „L“ bei 316L steht übrigens für einen niedrigen Kohlenstoffgehalt.
Jetzt könnte ich anfangen, irgendwelche Prozentwerte aufzuzählen.
Will ich aber gar nicht.
Mich interessiert viel mehr:
Was bedeutet das am Ende für das Schmuckstück?
Chrom sorgt beispielsweise dafür, dass sich an der Oberfläche des Edelstahls eine extrem dünne Schutzschicht bildet.
Die sieht man nicht.
Man merkt sie nicht.
Aber sie hilft dabei, den darunterliegenden Stahl vor seiner Umgebung zu schützen.
Und genau das finde ich eigentlich faszinierend.
Man hält ein Stück Stahl in der Hand und sieht nur die matte Oberfläche.
Aber genau dort passiert etwas, das dafür sorgt, dass dieses Material so widerstandsfähig ist.
Das zusätzlich enthaltene Molybdän verbessert diese Korrosionsbeständigkeit noch weiter.
Und irgendwann dachte ich mir:
Genau so etwas will ich für ERZSTAHL.
Nicht weil ich einen wissenschaftlichen Wettbewerb gewinnen möchte.
Sondern weil ein Schmuckstück bei mir kein Ausstellungsstück sein soll, das nur schön aussieht, solange man es nicht angreift.
Es soll getragen werden.
Bei Schmuck kommt dann natürlich ziemlich schnell ein anderes Thema.
Nickel.
Und genau da möchte ich lieber ehrlich sein als irgendeine schöne Werbegeschichte erzählen.
316L Edelstahl ist nicht nickelfrei.
Nickel ist Bestandteil dieser Legierung.
Das hört sich zunächst vielleicht komisch an, weil bei Schmuck oft gleichzeitig mit Begriffen wie „hautfreundlich“ oder „für Allergiker geeignet“ geworben wird.
Aber entscheidend ist nicht nur die Frage:
Ist Nickel enthalten?
Sondern auch:
Wie viel davon kann überhaupt aus dem Material freigesetzt werden?
Bei hochwertigem 316L ist das Nickel in die Legierung eingebunden, und die stabile Oberfläche trägt dazu bei, dass nur sehr geringe Mengen freigesetzt werden.
Trotzdem würde ich niemals behaupten:
Damit kann kein Mensch eine Hautreaktion bekommen.
Jeder Mensch reagiert anders.
Und genau solche Dinge möchte ich bei ERZSTAHL nicht schönreden.
Wenn etwas Nickel enthält, dann sage ich, dass Nickel enthalten ist.
Wenn ein Material sehr korrosionsbeständig ist, dann sage ich das.
Aber ich schreibe nicht „unzerstörbar“, nur weil es besser klingt.
Ehrlichkeit gehört für mich genauso zur Qualität wie das Material selbst.
Und genau das gilt auch beim Thema Wasser.
316L kommt mit Feuchtigkeit und normalem Alltag sehr gut zurecht.
Aber deswegen ist Stahl nicht plötzlich gegen alles immun.
Salzwasser, Chlor, aggressive Reinigungsmittel oder Chemikalien können auch hochwertige Oberflächen beanspruchen.
Und natürlich bekommt ein Schmuckstück irgendwann kleine Spuren, wenn man es täglich trägt.
Ich finde das ehrlich gesagt auch gar nicht schlimm.
Ein Schmuckstück darf irgendwann zeigen, dass es getragen wird.
Man muss es nur vernünftig behandeln.
Wenn man stark geschwitzt hat oder mit Salzwasser in Kontakt war, einmal mit klarem Wasser abspülen, trocknen und gelegentlich mit einem weichen Tuch darübergehen.
Mehr Wissenschaft möchte ich daraus gar nicht machen.
Deshalb liegt bei ERZSTAHL auch ein Poliertuch bei.
Nicht weil Edelstahl dauernd gepflegt werden müsste.
Sondern weil ich möchte, dass jemand möglichst lange Freude an seinem Schmuckstück hat.
Aber bei mir ging es nicht nur darum, welcher Edelstahl verwendet wird.
Mich beschäftigte genauso die Frage:
Wie soll er aussehen?
Und da war ich relativ schnell bei mir.
Hochglanz kann wunderschön sein.
Aber wenn ich an ERZSTAHL denke, sehe ich keinen spiegelnden Schmuck vor mir.
Ich sehe den Erzberg.
Maschinen.
Fels.
Stahl.
Matte Flächen.
Strukturen.
Klare Linien.
Deshalb gefällt mir gebürsteter Edelstahl für ERZSTAHL besonders gut.
Das Licht fällt darauf anders.
Ruhiger.
Die Formen wirken klarer.
Man erkennt das Material.
Und genau das möchte ich.
Ich will nicht, dass Stahl versucht, wie Silber auszusehen.
Ich will nicht, dass er versucht, wie Gold auszusehen.
Stahl darf bei ERZSTAHL Stahl sein.
Und dann gibt es noch etwas, das man auf keinem Produktfoto richtig vermitteln kann.
Das Gewicht.
Ich mag es, wenn ich ein Schmuckstück in die Hand nehme und etwas spüre.
Natürlich soll eine Halskette angenehm zu tragen sein und ein Armband darf einen nicht erschlagen.
Aber ich möchte auch nicht, dass etwas massiv aussieht und sich beim Aufheben plötzlich anfühlt, als wäre nichts da.
Das ist wieder so ein Punkt, den man erst merkt, wenn das erste Muster vor einem liegt.
Auf dem Bildschirm sieht alles perfekt aus.
Dann nimmt man es in die Hand.
Und plötzlich merkt man:
Zu leicht.
Oder zu schwer.
Oder die Balance passt nicht.
Dann beginnt dieselbe Geschichte wie bei einem Entwurf.
Ändern.
Ausprobieren.
Noch einmal ansehen.
Noch einmal tragen.
Bis irgendwann Form, Oberfläche, Gewicht und Material zusammenpassen.
Und wenn mich heute jemand fragt:
Warum eigentlich 316L?
Dann könnte ich eine lange technische Antwort geben.
Ich könnte über Chrom, Nickel, Molybdän und Kohlenstoff reden.
Aber eigentlich ist meine Antwort viel einfacher.
Weil dieser Stahl zu ERZSTAHL passt.
Er ist widerstandsfähig.
Er ist korrosionsbeständig.
Er lässt sich bearbeiten, gravieren und veredeln.
Er kann Gewicht haben.
Er braucht keinen künstlichen Glanz, um Wirkung zu haben.
Und vor allem:
Er ist ehrlich.
316L ist nicht unzerstörbar.
Er ist nicht nickelfrei.
Und er wird nach Jahren des Tragens vielleicht nicht mehr genauso aussehen wie am ersten Tag.
Aber genau damit kann ich leben.
Denn ERZSTAHL soll auch gar nichts anderes versprechen.
Ich möchte Schmuck machen, der getragen wird.
Schmuck, der einen Alltag erlebt.
Und ein Material verwenden, bei dem ich selbst überzeugt bin, dass es genau dafür geeignet ist.
Deshalb ist 316L für mich nicht einfach irgendeine technische Bezeichnung auf einer Produktseite.
Es ist der Stahl hinter ERZSTAHL.